von Frank D. » So, 12.07.2009 22:48
Mir sind damals leider so viele Tiere eingegangen, da mein Tierarzt zunächst an eine Vergiftung oder bakterielle Infektion gedacht hatte.
Sie wurden unter anderem auf Flagelaten und Felarien behandelt.
Selbst Strongioliden sind bei den Proben gefunden worden.
Meine Tiere wiesen weder eine Hautverfärbung auf noch häuteten sie sich ungewöhnlich oft.
Man bedenke von ca. 130 verendeten Tieren nicht einer !
Sie fraßen sogar ganz gewöhnlich, sprangen nach den Drosophilafliegen und bekamen im Sprung plötzlich diese " epileptischen "Anfälle.
Nach ein oder zwei Minuten Koma hüpften die Tiere weiter als ob nichts gewesen wäre. Schließlich verstarben sie nach den " Krampfanfällen ".
Oder rutschten nach einem Anfall ganzeinfach in den Wasserteil, wo sie dann ertranken.
Wie die Diagnose leider viel zu spät gestellt wurde, verstarben trotz Behandlung noch etliche Frösche, da die Erkrankung bei einigenDendrobatiden bereits zu weit fortgeschritten war.
Tiere welche noch keine Auffälligkeiten hatten, konnten mit den Medikamenten geheilt werden.
Selbst nach "erfolgreicher" Behandlung gab es noch immer einige Tiere
unter ihnen, die scheinbar immer wieder "rückfällig" wurden.
Abgesehen davon gehe ich davon aus, dass heute jeder Züchter oder
Hobbyzüchter irgendwann einmal den Chitrid in seinen Dendrobatenterrarien vorfinden wird.
Und man darf auch nicht vergessen, dass nicht alle Froscharten unbedingt an der Erkrankung sterben.
Dendrobates Leucomelas erkrankte bei mir ohne nennenswerte Ausfälle.
P. Bicolor, D. Ganaktonotes starben binnen weniger Tage.
D. tinctorius hält wohl aufgrund seiner Größe noch etwas länger durch.
Nach dem Abstrich zu urteilen, waren sie jedoch alle " extrem " befallen.
Kein Hobbyzüchter würde zugeben den Pilz zu haben. Er hat Angst das sich das herumspricht.
Das geht ganz schnell, ich spreche da aus eigener Erfahrung.
Um der nächsten Frage gleich vorzubeugen, ich habe keine kranken Frösche abgegeben.
Und wenn sich jemand einen Frosch auf der Börse zulegt, wer von ihnen
hält die Tiere schon Monate lang in Quarantäne ?
Mal ehrlich vielleicht 2 Wochen, wenn überhaupt.
Selbst wenn man sie ausreichend lange seperat stellt, bricht die Krankheit eben ein halbes Jahr später im Hauptbecken auf, da die Frösche nun mehr unter Stress stehen.
Damals besaß ich 14 Zuchtterrarien und ich bin immer extrem vorsichtig und sauber gewesen.
So übertrug sich der Pilz durch herumfliegende Fruchtfliegen von einem Behälter zum Anderen.
Und das über 2 Stockwerke !
Die Terrarien sind egal wie passgenau sie auch gefertigt sind niemals 100% Drosophila sicher.
Stellt euch nur vor, da fliegt von eurem Quarantänebecken eine kleine Fruchtfliege in das gerade mal kurz geöffnete Terrarium nebenan im Raum.
Schon ist es passiert.
Oder eine infizierte Fliege stürmt ungesehen eure Drosophilazucht ?
Ich habe damals wirklich alles an Terrarien und Ausstattung vernichtet.
Erst nachdem ich 1 Jahr !! keine weiteren Krankheitsfälle mehr hatte, habe noch einmal von vorne begonnen.