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Allgemeines zu den Lebensräumen der Amphibien
starmagic
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NaWi Leistungstest

Beitragvon starmagic » Fr, 13.06.2008 08:15

Hallo, ich brauche eure Hilfe. Mein Sohn schreibt in NaWi eine Arbeit ĂĽber Amphibien. Der Lehrer verlangt sehr viel Denken ĂĽber den Tellerrand hinaus. Deshalb wĂĽrde es mich nicht wundern , wenn folgende Frage kommt: Wann fange ich einen Frosch am besten, morgens oder mittags?
Keine Angst, mein Sohn weiĂź, das man so etwas nicht tut!!!!
Wie kann er das erklären? Ich vermute ja, morgens, weil die Temperaturen kühler sind und er, da ja wechselwarm, bei kälte träger wird. Ist das richtig?
Vielen Dank fĂĽr eure BemĂĽhungen.
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Beitragvon alex » Fr, 13.06.2008 10:13

Nachts!
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Hallo

Beitragvon starmagic » Sa, 14.06.2008 14:42

Danke für die Antwort. Kannst du das auch wissenschaftlich fundiert erklären.
Also bezugnehmend auf wechselwarmes Tier. Ich bin mir mit meiner erklärung nicht so sicher und bräuchte deshalb etwas bestätigung
Da gibts noch ein anderes Phänomen: Warum aalt sich der Laubfrosch in der Sonne....da trocknet doch seine Haut aus. Wechselwarme Tiere brauchen doch aber die Feuchtigkeit?
:)
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Lennart
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Beitragvon Lennart » Sa, 14.06.2008 15:10

alex hat geschrieben:Nachts!


Wie Alex schon schrieb ist Nachts die beste Zeit die Tiere zufangen!
Dazu blendet man sie am besten mit einer Taschenlampe und keschert sie!

Lg Lennart
Mfg

Lennart
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Benedikt
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Re: Hallo

Beitragvon Benedikt » So, 15.06.2008 13:28

starmagic hat geschrieben:Also bezugnehmend auf wechselwarmes Tier. Ich bin mir mit meiner erklärung nicht so sicher und bräuchte deshalb etwas bestätigung


Aus Erfahrung kann dir Alex sagen, dass es nachts einfacher ist, Frösche zu fangen. Das hat nichts mit deiner Frage nach wechselwarmen Tier zu tun.

Deine Idee, dass ein Frosch am Morgen einfacher zu fangen sei als am Mittag, ist sehr theoretisch. Wechselwarme Tiere erreichen sehr schnell ihre "Betriebstemperatur" und sind da schnell und flink. Denk auch mal an die Grasfrösche, die im Frühling laichen, wenn der Weiher noch teilweise gefroren ist. Obwohl es dann sehr kalt ist, sind die Frösche dann schon sehr agil.

starmagic hat geschrieben:Da gibts noch ein anderes Phänomen: Warum aalt sich der Laubfrosch in der Sonne....da trocknet doch seine Haut aus. Wechselwarme Tiere brauchen doch aber die Feuchtigkeit?


Jedes Tier braucht Feuchtigkeit, nicht bloss wechselwarme Tiere. Die Haut trocknet eben nicht aus, weil sie gegen Austrocknung teilweise geschützt ist; es gibt sogar Frösche, die sich mit einer Art Wachs einreiben. Und die Bauchseite, die rascher austrocknet, schützt der Frosch, wenn er in der Sonne sitzt.

Beide deine Fragen deuten für mich darauf hin, dass du Amphibien für hilflose Geschöpfe hältst, die wehrlos ihrer Umgebung ausgesetzt sind (ist vielleicht zu krass formuliert, stimmt aber wohl im Prinzip). Das ist ganz und gar nicht der Fall! Amphibien haben sehr raffinierte Strategien, wenn es darum geht, trotz widriger Bedingungen zu überleben!

Gruss, Benedikt
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Beitragvon alex » Mo, 16.06.2008 11:12

Erweiternd möchte ich noch anfügen, dass auf präziese Fragen in der Regel präziese Antworten folgen.
Nach dieser Frage:
Wann fange ich einen Frosch am besten, morgens oder mittags?

Kann man nicht erwatren, dass die ganze Verhaltensbiologie aller Anurenarten erklärt wird.
Doch mittlerweile gehe ich davon aus dass die Bio- Arbeit bereits vollbracht ist oder?
Ich finde es angebrachter den Lehrer darauf hinzu weisen, dass nur der durchgenommene Unterrichtsstoff via "Arbeiten" geprĂĽft werden sollte, und dass die Schnittnote seine Vermittlungskunst wiederspiegelt.
Sobals sich der Klassenschnitt mehrfach unter der "Fallnote" befindet, dann hat der gute Mann den falschen Beruf!
Gruss Alex
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hallo

Beitragvon starmagic » Mo, 16.06.2008 11:55

danke für deine antwort. Ich muss mich etwas rechtfertigen. Ich bin seit 20 jahre aus der schule und nun kommen meine kinder mit solchen fragen. Wenn man die Antworten nicht genau weiß, recheriere ich erst einmal, eh ich ihnen etwas falsch erkläre. Würde wahrscheinlich jeder tun. Beim Lernen kamen da halt meinem Sohn Widersprüche. er ist erst 10. Wir halten die Amphibien keinesfalls für hilflose tierchen. Aber der Lehrer hat sehr hohe Ansprüche und man muss auf alles gefasst sein.mit der Erklärung "nachts" würde er sich nicht zufrieden geben, nein, er möchte dazu eine Erklärung. Viel Wissen müssen die Kinder sich selbst erarbeiten, weil es sehr viel Stundenausfall gibt. Tja und auf der hilflosen Suche findet man dann ein Forum, das sich mit diesen kleinen Tierchen auskennt :-) Ich hoffe, du kannst mich nun etwas besser verstehen. Die Arbeit wird am Donnerstag geschrieben....er hat es also noch nicht hinter sich.
cu starmagic
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Beitragvon Benedikt » Mo, 16.06.2008 13:51

Wenn der Lehrer wirklich so eine Frage stellt wie "wenn folgende Frage kommt: Wann fange ich einen Frosch am besten, morgens oder mittags?" und das damit begründen will, dass Amphibien wechselwarm sind, so hat er keine Ahnung von Amphibien. Ich glaube, du machst dir unnötig Sorgen.

Gruss, Benedikt
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Beitragvon alex » Mo, 16.06.2008 15:04

Aber der Lehrer hat sehr hohe Ansprüche und man muss auf alles gefasst sein.mit der Erklärung "nachts" würde er sich nicht zufrieden geben, nein, er möchte dazu eine Erklärung. Viel Wissen müssen die Kinder sich selbst erarbeiten, weil es sehr viel Stundenausfall gibt.

Das habe ich erwartet, im Grunde war meine Antwort "Nachts" auch mit Absicht so nackt und unvollständig aber dennoch korrekt formuliert.

Ich bleibe dabei- Der Mann hat den falschen Beruf!

Doch nun zu den beiden Fragen:
1. Amphibien fänkt man am Besten in der Nacht, weil dann die meisten Arten dann aktiv sind und Ihre Tagesverstecke verlassen haben, da Ihre Augen wie ein Restlichtverstärker funktionieren, kann man die Tiere durch ein Blenden mit der Taschenlampe zum kurtzzeitigen Erstarren bringen und auf diese Weise recht einfach keschern.
2. Der Laubfrosch ist der einzige einheimische Vertreter der Baumsteigergruppe.
Diese Froschgruppe hat durch Anpassung diese Niesche erschlossen.
Die Anpassung beinhaltet im Hyla aborea Falle dass nur die Körperunterseite wasserdurchlässig ist. Diese ist im Uebrigen auch Warzig = Oberflächenvergrösserung.
Darum verbringen die Tiere auch so eng an ein Blatt geschmiegt den Tag.
Gegen Ueberhitzung wirde ab und an der RĂĽcken "eingekremt".

So ich denke das dĂĽrfte dem guten Manne reichen.
Doch vergesst nicht die Entwicklungsstadien zu lernen!
Das Schlüsselwort Metamorphose sollte man Amphibien gerecht beschreiben können ( Anuren: Darmverkürzung (Pflanzenfresser wird Insektenfresser) und Kiemen werden zu Lungen)
Artenanzahl und Namen
Bioindikator- Wasser+ Landlebensraum = reagiert empfindlich auf Umwelteinflüsse in beiden Lebensräumen.
Fortpflanzungsstrategie - viele Eier -keine Brutpflege -Ausnahme Alytes
Ich denke wenn Dein Sohn das ungefähr kennt kann nichts passieren.
Gruss Alex
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Benedikt
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Beitragvon Benedikt » Mo, 16.06.2008 16:28

alex hat geschrieben:keine Brutpflege -Ausnahme Alytes


Ich weiss nicht, wie du Brutpflege definierst, aber Alpen- und Feuersalamander betreiben auch Brutpflege. Jedenfalls legen sie nicht irgendwo ein paar Eier ab und ĂĽberlassen sie ihrem Schicksal.

Bei tropischen Arten ist Brutpflege sehr weit verbreitet.

Gruss, Benedikt
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Beitragvon alex » Mo, 16.06.2008 17:44

Stimmt, ich war gedanklich ausschliesslich bei den Anuren hängengeblieben.
Der Alpensalamander sticht beim Tema Brutpflege und Nachkommenzahl besonders aus den einheimischen Amphibien hervor.

Mit Brutpflege wollte ich im Grunde auf die Energiebilanz hinaus, welche zum Arterhalt auf verschiedene Weise eingesetz werden kann.
Dies kann man bei unseren heimischen Amphibien gut sehen.
Keine Brutpflege = gesammte Energie wird in die Eizahl investiert = viel "Laich" resp Eier.
Risiko Streuung durch die Abgabe von kleineren Laichpaketen verteilt auf verschiedene Gewässer = etwas weniger Eier ( zB. 300-500 beim Laubfrosch)
Aktive Eipflege bis zum Schlupf von weit entwickelten Kaulquappen noch weniger Eier (50-80 beim Alytes)
Geburt von weit entwickelten Larven nur noch 20-40 (Feuersalamander)
Geburt von vollentwickelten Jungtieren - nur noch 2 Junge
Doch die entsprechende Energiebilanz ist bei allen Strategien in etwa gleich!
Ein 10 Jähriger muss meineserachtens nur wissen, dass es verschiedene Strategiehen der Vermehrung giebt, mal viel Eier oder nur wenige Junge doch den Eltern wird immer ähnlich viel Energieaufwand abverlangt.
Gruss Alex
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Danke,Danke ,Danke

Beitragvon starmagic » Mo, 16.06.2008 19:42

Danke,danke,danke!!!! Ich weiĂź durch euch nun viel. Die Metamorphose haben wir durch, die Fische haben wir durch, ĂĽber Amphibien wissen wir nun auch etwas :-) sogar etwas ĂĽber den Blutkreislauf. Hoffen das reicht dem Lehrer. Nun mĂĽssen wir nur noch die Reptilien lernen :-) und in 5 Jahren fange ich mein Abi an! ;-)
Tja, wenn damit nicht der Lehrer zufrieden ist???? Ich bin vielleicht zu sehr besorgt...kann ja sein. Aber wenn in der 1.NaWi arbeit schon von den Kindern die Umsetzung der Bergmannsche Formel verlangt wird...da wird man dann so , wie ich es jetzt bin. Sagst du dann etwas, heiĂźt es, falsche Schule fĂĽr Ihr Kind???
Danke fĂĽr eure Hilfe!
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Beitragvon Benedikt » Di, 17.06.2008 09:11

alex hat geschrieben:Mit Brutpflege wollte ich im Grunde auf die Energiebilanz hinaus, welche zum Arterhalt auf verschiedene Weise eingesetz werden kann.
Dies kann man bei unseren heimischen Amphibien gut sehen.
Keine Brutpflege = gesammte Energie wird in die Eizahl investiert = viel "Laich" resp Eier.
Risiko Streuung durch die Abgabe von kleineren Laichpaketen verteilt auf verschiedene Gewässer = etwas weniger Eier ( zB. 300-500 beim Laubfrosch)


Ok. Das läuft normalerweise aber unter dem Stichwort Fortpflanzungsstrategie als Brutpflege.

Gruss, Benedikt

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