von Frank D. » So, 24.01.2010 17:17
Ich schreibe jetzt mal ganz grob wie so etwas aussehen könnte :
Ein Rohrkolbenbiofilter lässt sich ganz leicht mit jedem grösseren Gefäss aus Kunststoff selbst herstellen. Geeignet für kleinere Teiche mit 1 oder 2 m3 Inhalt sind Spiesbütten, aber auch halbierte Holzfässer usw.
Je mehr Sonne der Filterteich bekommt desto besser. Halbschatten geht aber auch.
Bei grösseren Teichen verwendet man meist Folie. Man kann aber ebenso Fertigteiche aus dem Baumarkt nehmen. Sie eignen sich für diesen Zweck eigentlich besser als für ihre ursprüngliche Bestimmung.
( Ein Betonteich ist natürlich ebenso möglich )
Der Aufbau der Filtermasse wird im Internet reichlich beschrieben.
Ich selbst baue so einen Filter jedoch etwas anders auf, um eine noch längere Standzeit zu erzielen.
Der Fertigteich muss sich natürlich zunächst einmal oberhalb der Wasseroberfläche des Hauptteiches befinden.
Der Fertigteich wird dann eingegraben oder mit Steinen und Erdreich auf der Rasenfläche umrandet, wenn kein Gefälle auf dem Grundstück vorhanden ist.
Sehr preiswert und ausgesprochen natürlich dekorativ ist Grauwacke auch als Wasserbausteine erhältlich.
Am Besten erwirbt man sie direkt vom Steinbruch. Ich habe für 4 Tonnen Grauwacke eine Kiste Bier bezahlt. Den Hänger habe ich mir von einem Bekannten geborgt.
Der Filterteich wird zunächst einmal mit einem Wasserablauf versehen.
Dazu bohrt man ein Loch in den Fertigteich, ca 10-30cm oberhalb des Bodens in die Seitenwand. Die Grösse der Bohrung ist abhängig vom Durchmesser des Abflussrohres, und dem dazugehörigen Flansch, welches ich vom Baumarkt zuvor erworben habe. Je dicker das Rohr, um so besser.
Der Flasch wird fixiert, verschraubt und oder mit PVC-Kleber dauerhaft befestigt. Trockenzeit ca. 2-6 Stunden.
Unten in den Fertigteich gebe ich anders wie in der Literatur beschrieben, Kunststofffüllkörper aus der Kläranlage. Diese Plastikigel gibt es auch in Zoo und Gartenmärkten, sind dann jedoch etwas teurer. Ich habe sie direkt vom Hersteller erworben.
Über diese Füllkörper gebe ich dann vorsichtig gröberen 30-50mm großen gewaschenen Kies aus dem Baumarkt. Als Abschluss folgt dann feiner Kies 10-20 mm Durchmesser, aber nicht zu fein, der setzt sich sonst im Laufe der Zeit zu.
Dann pflanzt man einige Töpfe Rohrkolben und Wasserlilien ohne Topf in die oberen beiden Kiesschichten.
Ein Pumpenkopf, ich empfehle die Planktonschonende Oasepumpe wird in den Teich an seine tiefste Stelle herabgelassen. Der Spiralschlauch sollte möglicht groß im Durchmesser sein.
Das andere Ende des Schlauchs mündet in den Filterteich. Das Wasser läuft dort zunächst in ein Sieb, um grobe Schmutzpartikel und ungebetene Gäste ( angeaugte kleine Fische usw. ) vom Filter fernzuhalten.
Der Rücklauf des Filterteiches sollte in einen kleinen Bachlauf münden, um das Wasser mit Sauerstoff anzureichern, welcher durch die Bakterienaktivität im Filtersumpf entzogen wurde.
Wichtig ist die Höhe der Bohrung, denn der Filterteich soll nur 2/3 mit Wasser gefüllt sein. Ich selbst verwende ein Teleskoprohr am Rückfluss und kann damit den Wasserstand nach belieben verändern.
Der Kies im Filterbecken sollte nicht einfach nur flach ausgelegt sein, sondern zur Mitte hin eine tiefe Mulde bilden, wo das Wasser dann 10-30cm hoch steht.
In diesem Bereich siedeln sich sodann auch gerne die Wasserinsekten und Amphibien an.
Im Laufe des Sommers wachsen die Sumpfpflanzen zu stattlicher Grösse heran. Am Wachstum lässt sich deutlich erkennen wieviel Ammonium und Nitrate von den Pflanzen dem Wasser entzogen wurden.
Der Vorteil diesen Systems ist es, dass man nun Fische und Amphibien zusammenhalten kann, ohne dass sie sich in die Quere kommen !
Jedes Jahr im Spätherbst oder im zeitigen Frühjahr schneide ich die Sumpfpflanzen zurück.
Auf diese Art und Weise werden die unerwünschten angesammelten Nährstoffe zuverlässig und Dauerhaft aus dem System entfernt.
Die Winterruhe der Amphibien findet eigenartigerweise nur im Fischteich statt. Ich denke die Frösche wissen instinktiv, dass der Filterteich im Winter zufrieren könnte....
Die o. b. Umrandung des Fertigteiches mit Grauwacke lässt sich wunderschön mit zahlreichen " Steingewächsen " vom Gartencenter dekorieren.
Außerdem siedeln sich schon in kurzer Zeit zwischen den im Sommer aufgeheizten Grauwacke-Steinen Eidechsen und Blindschleichen an.
Wasserfrösche sonnen sich besonders gerne auf den heißen Steinen. Beabsichtigt man Unken anzusiedeln, so verstecken sie sich ebenso wie die Erdkröte in den Zwischenräumen dieser Steine.
Die kleine Zwergspitzmaus freut sich auch über die Wasserbausteine.
Du wirst feststellen dieser Filter " lebt " im wahrsten Sinne des Wortes.
Im Rohrkolbenfilter wird sich mehr Artenvielfalt ansiedeln wie im gesammten Hauptteich, garantiert !