von B. Viridis » Sa, 08.08.2009 23:19
Wenn es von Interesse ist:
Das aktuellste Werk zum Thema "Wasserfrösche" stammt wohl derzeit von Jörg Plötner -> Die westpaläarktischen Wasserfrösche. Das Buch ist 2005 im Laurenti Verlag erschienen.
Nach seinem Buch muss man davon ausgehen, dass es mehrere Arten gibt, die im Moment noch unter der "Superspezies" R. ridibunda zusammengefasst werden, bis es weitere molekulargenetische Untersuchungen gibt, welche die Arten besser differenzieren.
Als R. ridibunda schätzt er momentan die Tiere ein, die vom Kaspischen Meer über den Kaukasus und Anatolien bis in den Iran verbreitet sind.
Aufgrund von neueren mtDNA-Untersuchungen nimmt Plötner an, dass unsere europäischen Seefrösche eine eigene Art repräsentieren, die gehören nicht zur Ridibunda-Gruppe, sondern werden von ihm unter dem Namen Rana fortis geführt. Diese sind vom Ural-Gebirge bis in die Oberrhenische Tiefebene verbreitet; mit südlicher Verbreitungslinie bis zur Nordküste des schwarzen Meeres.
An sich bin ich kein Fan von mtDNA-Studien, aber hierzu können sich ja auch andere äußern.
Zu der Wiederansiedlungsgeschichte: Wirklich sinnvoll finde ich es eigentlich nur, wenn neue Lebensräume angelegt werden, und zwar so, dass diese im Sinne einer Lebensraumvernetzung geschieht. Das heißt, die Tiere wandern dann wieder selbstständig in die neu geschaffenen Lebensräume ein.
Wiederansiedlungen bringen das Problem mit sich, dass wie oben bereits erwähnt, erst einmal geklärt werden muss, warum eine Population an einem Ort ausgelöscht wurde. Außerdem muss man davon ausgehen, dass andere Arten den Lebensraum dann vielleicht schon erschlossen haben und diese Nische sozusagen anderweitig besetzt wurde. Das ist dann problematisch, wenn es dann durch die Wiederansiedlung zur Verdrängung einer anderen Art kommt.