von Froschnetz » Sa, 14.04.2007 08:50
Erdkröten Kaulquappen sind allgemein weniger empfindlich auf Fressfeinde da sie Schreckstoffe besitzen um diese abzuwehren wie Sebi auch schon erwähnt hat. Molche würde ich aber nicht entfernen. Wohin denn damit? Etwa gar töten? Nein, die haben die selbe Daseinsberechtigung. Eine hohe Dichte stellt sich dann ein, wenn die Bedingungen für die Molche stimmen. Alte, bewachsene, dauerhafte Teiche haben sie gerne. Wenn, dann würde ich an den Bedingungen, also am Teich selbst ansetzen. Erdkröten haben aber auch gerne eher ältere, tiefere Teiche. Daher lässt sich im konkreten Fall nicht viel an den Bedigungen drehen. Ich würde jedenfalls einfach mal schauen was passiert.
Anders wäre es etwa bei Grasfrosch Nachkommen. Dort kann ein hoher Bestand an Molchen durchaus die gesamte Nachkommenschaft der Grasfrösche auffressen. Die Karch schreibt, dass das separates Aufziehen des Laichs helfen kann. An eigener Beobachtung sehe ich aber dass das nicht wirklich was bringt. Laich wird zwar auch gefressen. Bisher habe ich aber etwa Verluste um die 10-20% beobachtet. Nach dem Schlupf wurden dann aber die Kaulquappen innert 3 Wochen vollständig dezimiert. Abhilfe schafft nur ein kleiner Aufzuchtteich, der im Herbst austrocknet und einige Meter vom Hauptteich weg liegt. Liegt er zu nahe, wandern die Molche trotzdem rüber. Sie scheinen das Festmahl förmlich zu riechen.
Fazit: Um den Amphibien zu helfen muss man nicht bei den Tieren ansetzen sondern am Lebensraum. Der klassische Gartenweiher ist was konstantes für die 'Ewigkeit', die meisten Froschlurche bevorzugen aber eher dynamische Lebensräume. Also helfen wir ihnen am besten wenn wir ihnen auch solche dynamische Gartenteiche bieten. Der konstante ist aber auch gut für die Molche und Libellen, beides soll Platz haben.
Jan Meyer
Froschnetz