von Frank D. » Sa, 03.07.2010 20:21
Hallo Wachturm,
nun so "einfach "wie Du das so schön formuliert hast, geht die Sache leider nicht.
Natürlich ist es möglich, Grasfrösche oder auch kleine Kröten in einem geeigneten Terrarium aufzuziehen.
Das erste Problem wird jedoch schon die Beschaffung des geeigneten Lebendfutters sein. Wiesenplankton ist ein weit dehnbarer Begriff, werden doch nur bestimmte Insekten gefressen die eine bestimmte Grösse haben.
Ameisen und Asseln werden da wohl nicht gerne gefressen werden, das Gleiche gilt auch für bestimmte Käfersorten.
Als zweites sollte man auch nicht unbedacht lassen, welche große Mengen an Futtertieren für 50 oder 75 Frösche täglich aufs neue notwendig sind.
Das nächste Problem wird sein, dass einige Tiere schlichtweg verhungern werden, da ihnen ihre kräftigeren Geschwister die Nahrung streitig machen werden.
Unter den künstlichen Bedingungen wird es nicht lange dauern, bis sich Strongioliden und Felarien in unseren kleinen Fröschen breitmachen werden, da der Infektionsdruck in Gefangenschaft um ein vielfaches höher sein wird, wie in der Natur.
Schließlich und letztendlich werden die kleinen Frösche um den Lebensraum im Terrarium " kämpfen " indem sie schwächere Tiere unterdrücken.
Das alles zusammen wird bald eine Menge tote Frösche produzieren.
Wenn es nun doch den einen oder anderen der diese Zeilen liest, dazu drängt einige wenige 4-6 Jungfrösche in seinem wohlbemerkt entsprechend technisch ausgerüsteten Terrarium zu pflegen, wird er nicht drumherum kommen, sich eine eigene Drosophilazucht einzurichten, um die Frösche fachgerecht ernähen zu können. Die frisch geschlüpften Drosophilafliegen müssen vor dem verfüttern allerdings zunächst mit einem Vitaminpräparat bestäubt werden, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.
Die Drosophilazucht geht übrigens mit einer mehr oder minder ausgeprägten Geruchsbelästigung einher. Die emsig krabbelnden kleinen Maden im Futtertiersubstrat sind auch nichts für schwache Gemüter.
Später werden dann die Jungfrösche auf junge Heimchen und Goldfliegen umgestellt werden müssen, die ebenfalls Kosten verursachen.
Letztendlich müssen die Frösche dann spätestens anfang Herbst an einen geeigneten Platz ausgewildert werden.
Die Frage ist ob eine derartige Investition wirklich lohnt.
Mutter Natur macht das übrigens alles viel besser wie wir Menschen und überhaupt warum sollten wir zum zweiten male das Rad erfinden ?
Wenn ihr also unbedingt Frösche zuhause halten wollt, dann kauft euch doch eine schöne Anlage mit Pfeilgiftfröschen ( Dendrobatiden ).
So ein Terrarium ist ein wahrer Zimmerschmuck und wenn man die Färberfrösche ordnungsgemäss beim Amt meldet, wird die Sache auch föllig legal.
Nebenbei kann man mit der Nachzucht dieser Frösche auch noch einen Teil der Anschaffungskosten decken !
...denkt mal darüber nach..........