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Sumpfsubstrat im Teich?

Amphibien im Gartenweiher und andere künstliche Gewässer
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Jerre
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Sumpfsubstrat im Teich?

Beitragvon Jerre » Mi, 29.04.2009 17:24

Da ich als Substrat nur etwas Sand und Rollkies benutze und dennoch an tollen Sumpfplanzen interesiert bin wollte ich fragen aus was ich einen perfekten "Sumpfboden" erstelle,.. am besten an der Flachwasserzone!
Lieben Gruß!
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Beitragvon gelöschtes Profil » So, 13.06.2010 07:16

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7088maxi
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Beitragvon 7088maxi » So, 13.06.2010 08:20

Ich mach die Sumpfzonen meistens aus dem untersten Teichaushub und der im Handel erhältlichen "Teicherde". Wenn du aber ein "perfektes" kleines Moor haben willst würde ich Torf empfehlen
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Donnydarko
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Beitragvon Donnydarko » So, 13.06.2010 10:13

Torf gibt es im Terrarienshop oder auch vielen Zooläden, extra für Tiere. Ohne Düngung und sauber.
Frank D.
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Beitragvon Frank D. » So, 13.06.2010 18:26

Es gibt bei den Teichbesitzern wohl kein Thema wo die Meinungen derart diametral sind.
Einige Naturteichbesitzer schwören auf Lehm-Sand-Torf Gemisch als Bodengrund. Andere schwüren auf Teicherde, die aber im Grunde genommen nicht viel anders zusammengesetzt ist.

Es gibt aber auch eine Menge an Teichbesitzern die diese Sache gänzlich anders sehen und auf einen Bodengrund aus gutem Grund verzichten.

Ich persönlich würde auch darauf verzichten. Man kann die Pflanzen ebenso in Blumenkästen oder Körben einsetzen.
Die Wurzeln werden sehr schnell aus dem Topf herauswachsen und aus dem freien Wasser die überschüssigen Nährstoffe abbauen.

Das Wachstum der Pflanzen ist in beiden Fällen etwa gleich, wobei sich der Teich ohne Bodengrund erheblich besser reinigen lässt.

Was jedoch die Vielfalt an Wasserinsekten angeht, könnte es unter Umständen möglich sein, dass sich diese bei einem Teich mit Bodengrund anfangs etwas besser entwickeln.
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Beitragvon gelöschtes Profil » So, 13.06.2010 21:41

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Beitragvon Frank D. » Mo, 14.06.2010 00:53

Das Problem liegt ganz woanders.

In einem stehenden Naturgewässer versickert Wasser durch die Schwerkraft zwischen den Hohlkörpern des Untergrundes und wird zu Grundwasser.
Dabei trifft das Sickerwasser auf Bakterienrasen ( Nitrosomas ), die sich um Festkörper wie Steinchen oder auch organisches Material gebildet haben.
Durch das niedrige Redoxpotential des Umgebungssubstrates kommt es zu einer biologischen Abfallbeseitigung, wie wir sie auch in der biologischen Kläranlage anstreben.
Das Wasser wird auf diese Art und Weise gereinigt und irgendwann dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugefügt.

Ganz anders im abgedichteten Gartenteich

Die Folie verhindert ein versickern des Wassers.
Es kommt zu einem Fäulnisprozess auf der Folie durch organische Ablagerungen. Das Redocpotential fällt in diesem Faulschlamm außerordendlich tief ab. Die Folge ist Reduktion von Oxidanzen und Bildung von Schwefelwasserstoff.
Der Teich stinkt, da es zu einem dramatischen Sauerstoffschwund einerseits, andererseits zu zu einer Zunahme des Stoffwechselstoffes Nitrat ( No3 ), welcher sodann eine Algenblüte auslöst.
Grund ist die fehlende Zirkulation im Folienteich zum Untergrund.

Die Folge sind tote Amphibien und Fische, wie auch Chlorotische Pflanzen, da diese paradoxerweise an einem Nährstoffmangel ( Fe ) leiden.
Die Algen haben mittlerweile das Wasser grün gefärbt und ringen mit den höheren Pflanzen um das Eisen. Diesen Kampf gewinnt immer die Alge.

Dieses Phenomen tritt im Allgemeinen erst nach 1-3 Jahren auf, je nachdem ob zusätzlich eine Filterung verwendet wurde.
Anfangs wird dieser Prozess durch starke Bepflanzung des Teiches gebremst. Letztendlich mit zunehmender Verlandung des Teiches folgt das lebensfeindliche Redoxpotential.

Lungenatmende Amphibien können die Situation vorerst etwas besser verkraften wie Kiemenatmer.
Aber irgendwann kommt der Winter. Auf dem Teich bildet sich eine Eisdecke und verhindert nun auch den Gasaustausch nach oben.

Dies bedeutet dann bei ständig weiter sinkender Redoxspannung den sicheren Tod für alle Lebewesen im Teich außer für Anaerobe Bakterien :idea:
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Donnydarko
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Beitragvon Donnydarko » Mo, 14.06.2010 10:59

Früher im Garten hatte ich auch mal einen Folienteich ca 2 m lang, 1,20 breit. Ich hatte auch etwas Kies und etwas Sumpf drin und einige Pflanzen. Ich hatte auch Wasserflöhe, Libellenlarven einige Grasfrösche sind ab und zu vorbeigekommen und 4 junge Rotfedern, eine Seerose, die bald den ganzen Teich eingenommen hat und Seggen in Töpfen. Im Sommer an heißen Tagen habe ich jedoch öfters mal den Gartenschlauch reingehalten, da der Wasserstand verdunstete (was nicht jedermanns Sache ist) und das Wasser ist dann über die Wiese gelaufen und so wurde es erneuert. Die Pflanzen waren sowieso in Töpfe und das hat nicht geschadet. Fadenalgen habe ich mit der Harke entfernt.
Gruss Donny

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