von Froschnetz » So, 21.08.2005 12:59
Hallo Alex
Mit deiner letzten Aussage stimme ich komplett überein aber eben auch mit der Schwierigkeit mit dem Privatgrundstück. Es werden wohl die wenigsten Zeit und Platz haben, jedes Jahr einen neuen Teich anzulegen. So muss man halt das beste aus dem Teich holen und die natürliche Dynamik etwas zurückdrängen.
Den Nährstoffaustrag im Gartenteich finde ich trotzdem wichtig. Vor allem geht es hier darum übermässiges totes Material zu entfernen, wenn also Laub in den Teich fällt oder die Pflanzen im Sommer stark gewuchert haben und viel davon abgestorben ist. Den Effekt von ein bisschen totem Material sehe ich auch nicht als gross an, allerdings, wenn dann eine dickte Schicht abzubauenden Materials am Boden liegt, sehe ich das als kritisch. Gerade weil wenig O2 im Wasser löslich ist, wird dies rasch aufgebraucht und es bleibt nichts mehr für die Tiere übrig. Wenn die Reduktion der Pflanzen ein mehrfaches braucht, was die höheren Tiere brauchen, dann wird auch das T stark verkürzt.
Wenn ich aber einen Teich habe, der im Idealfall kein totes Material hat weil ich das im Herbst entfernt habe sondern nur lebende Pflanzen, dann findet vorerst auch kaum eine Reduktion statt. Die Pflanzen können solange sie genug Licht haben, den Sauerstoff ersetzen, den die Tiere brauchen. Überschüssiger wird dann als Blasen im Eis eingeschlossen, und dann später beim Abtauen wieder teilweise im Wasser freigesetzt. Wenn die Pflanzen nun das Wachstum einstellen, versiegt die Proiduktion und es setzt Reduktion ein. Ich denke aber nicht, dass dann mehr reduziert wurde als vorher produziert, denn dann müsste ja alles neu produzierte wieder abgebaut werden. Da denke ich aber dass das länger dauert und bis dahin ist auch das Eis wieder weg und der benötigte Sauerstoff kann von aussen dazu kommen. Wenn aber sehr viel Pflanzen drin sind, so dass viel vom produzierten Sauerstoff entwichen ist, weil das Wasser gesättigt ist, kann allerdings der Reduktionseffekt wieder stärker ins Gewicht fallen, da dieser dann grösser ist und der Grossteil des produzierten Sauerstoffs weg ist.
Ich versuche mal eine "Hitparade" der Teicharten aufzustellen, angefangen bei dem wo der Sauerstoff am längsten reicht
- Wenig Unterwasserpflanzen, kaum totes Material
- Viel Unterwasserpflanzen, kaum totes Material
- Nackt, weder totes noch lebendiges Material
- Viel Unterwasserpflanzen, viel totes Material
- Wenig Unterwasserpflanzen, viel totes Material
- nur totes Material (z.B. schattiger Waldtümpel)
Zudem muss man auch die Falugase berücksichtigen, die bei dem Abbauprozess entstehen können. Diese können auch für die Wasserlebewesen kritisch werden. Wenn das Eis den Luftaustausch verhindert können die auch nicht entweichen.
Jan Meyer
Froschnetz