Sabine hat geschrieben:Als höher entwickeltes Wesen hat der Mensch auch den Verstand mitbekommen, damit läßt sich ein solches Potenzial steuern.
Ist es wirklich der Verstand, der uns am Ausleben schädlicher Antriebe hindert? Welchen Einfluss hat denn der Verstand überhaupt auf unser Leben? Die grundlegenden Entscheidungen unseres Lebens treffen wir nicht verstandesgemäß, sondern nach emotionalen Gesichtspunkten: Partnerwahl, Berufswahl, Wahl des Wohnortes. Und wenn wir bei der Entscheidung für oder gegen Kinder unseren Verstand auch nur mal kurz einschalten würden, wäre die Menschheit längst ausgestorben. Bezeichnenderweise ist die Reproduktionsrate in Gesellschaften, in denen es etwas rationaler zugeht, am geringsten.
Und, Sabine, verzichten wir denn auf Regelverstöße, weil wir unseren Verstand einsetzen? Haue ich meinem Nachbarn deshalb kein blaues Auge, weil so etwas als Körperverletzung strafrechtlich verboten ist, oder hindern mich nicht eher emotionale Hemmungen daran? Nein, es ist nicht der (einflusslose) Verstand, der uns steuert, sondern unsere Emotionen. Die müssten allerdings in Ordnung sein und sind es immer häufiger nicht mehr, weil z.B. ihre Ausprägung im Zusammenleben mit Geschwistern in unserer Ein-Kind-Gesellschaft fehlt. Pausenbeaufsichtigungen an Schulen wissen ein Lied von der zunehmenden hemmungslosen Brutalität unter Heranwachsenden zu singen!
Den von Sebi vorgestellten Video-Filmern wird es kaum an einem normalen Verstand fehlen, der sie das Verbotensein ihres Tuns mühelos erkennen lassen würde. Aber sie richten sich nicht danach. Was versagt, sind vielmehr ihre emotionalen Hemmungen, Mitlebewesen nur zum eigenen Vergnügen Schmerzen zuzufügen. Hier sehe ich die Wurzel des Übels, nicht am fehlenden Verstand!