von Henning » Fr, 18.07.2008 09:54
Ach, ich muss ja noch Sandras Frage nach meinem Problem beantworten: ein Problem habe ich damit, dass sich eine erwachsene und offenbar erfolgreiche Mitarbeiterin eines Universitätsinstituts hier eingeschnappt zeigt, weil sie eine - zugegeben - ätzende Erwiderung auf ihr posting bekommen hat. Eingeschnapptsein steht heutzutage nicht mal einer 12jährigen in der Vorpubertät. Man schnappt doch nicht ein, sondern macht dem anderen deutlich und notfalls drastisch seinen Standpunkt klar.
Damit hätte Sandra allerdings Schwierigkeiten gehabt; denn ihr posting hat Schwächen. Ich habe mich über drei Dinge geärgert:
1. das Missverständnis über das Zitieren, gegen das ich mich nie ausgesprochen hatte.
2. Der hoheitsvolle Ton, der in krassem Gegensatz zu dem dürftigen Inhalt steht.
3. Die Wendung, Sandra habe über unsere Beobachtungen über das Verhalten von Fröschen während der Verdauung noch nichts in der Literatur gefunden (lesen können).
Zu den ersten zwei Punkten habe ich ja bereits Stellung bezogen. Der letzte Punkt soll nun nicht überinterpretiert werden im Sinne einer Negierung. Aber es bleibt doch dieses Geschmäckle. Was nicht in der Literatur zu finden ist, kann es nicht geben! Oder anders ausgedrückt: Was schert mich die Praxis! Nun hat Birgit meine Beobachtungen detailliert bestätigt, und Jerre hat dankenswerterweise dazu Fotos von Birgit eingestellt, die unsere Beobachtungen dokumentieren. Darüber kann man sich wohl nicht hinwegsetzen.
Man kann Sandras Bemerkung vielleicht auch positiv interpretieren im Sinne einer Anerkennung: Da habt Ihr etwas beobachtet, was noch nicht dokumentiert worden ist. Dann muss man sich als Außernstehender allerdings fragen, wieso etwas so Selbstverständliches wie das Verhalten von Fröschen während des Verdauens noch nicht von anderen beobachtet und schriftlich festgehalten worden ist. Und das wäre eine Bestätigung meiner Behauptung, das Wissen über Frösche (und wahrscheinlich ganz allgemein über einheimische Tiere) sei dürftig.
In einem Punkt bin ich Sandra allerdings sogar dankbar. Der Hinweis darauf, dass Alex´Zitat nicht passe, hat mich endlich auf die Idee gebracht, warum einige so verbissen daran festhalten, einfach anstelle einer Antwort einen Literaturverweis anzugeben. Kann es sein, dass hier nur in irgendwelchen Literaturverzeichnissen nach einem eventuell passenden Titel gesucht und die Fundstelle dann angegeben wird, ohne selbst zu prüfen, ob dort was zu der Frage steht? Setzt natürlich voraus, dass man sich selbst überhaupt nicht festlegt, also nichts eigenes formuliert. Dann steht man gegenüber der Fragesteller trotzdem als der große Spezialist da und läuft relativ wenig Gefahr entlarvt zu werden. Denn dass der Fragesteller die Literatur nachprüft, ist unwahrscheinlich. Anders, als Sandra meint, ist der Zugriff auf Fachliteratur für jemanden, der nicht in einer Uni arbeitet, sehr aufwändig. Fernsausleihe? Bestellen, doppeltes Porto zahlen, wochenlang auf den Eingang warten... Das nimmt doch keine Sau auf sich!
Tja, hat lange gedauert, bis ichs kapiert hatte mit dem Ziteren. Muss wohl einen Berner in meiner Ahnenreihe haben.
Gruß Henning
Zuletzt geändert von Henning am Fr, 18.07.2008 10:46, insgesamt 2-mal geändert.