Hallo allerseits,
ich kenne das Problem von unserer Gemarkung auch, jedes Jahr kommt eigentlich immer mindestens eine Anfrage wegen lauten Fröschen herein. Meistens geht es um einen einzelnen Frosch, der wahrscheinlich sowieso wieder abgewandert wäre. Und ich versuche den Leuten auch immer zu erklären, dass man die Tiere nicht einfach umsetzen darf (wird dann trotzdem gemacht, was ich im Einzelfall nicht so schlimm finde, wenn es ein vernünftiges Gewässer ist) bzw. man keinen Teich anlegen sollte, wenn man nicht vorher die Nachbarn gefragt hat, ob sie mit Froschquaken zurechtkommen bzw. man auch checkt, ob der umgebende Lebensraum auch geeignet ist. Leider denkt niemand so weit, bevor er einen Teich anlegt.
Ein sinnvoll angelegter Teich in einem Gebiet, dass nicht von Straßen zerschnitten ist und abseits von Wohnsiedlungen liegt, bringt in meinen Augen mehr, als eine Klage für einen nicht optimal liegenden Teich zu riskieren.
Laubfrosch 2 hat geschrieben:Das Anuren sehr laut werden ist zwar korekt aber das ist anstellerei .So was lächerliches !
Ich denke, dass du in keiner Position bist das zu berurteilen. Für Wohnanlagen gibt es einen Richtwert von 35 dB der nachts nicht überschritten werden darf, Frösche können so einen Lärm machen, dass sie dabei locker auch über 60 dB erreichen, vor allem, wenn Hauswände so zum Gewässer und den Rufern stehen, dass der Schall sehr fies reflektiert wird. Die Geräuschbelastung ist enorm, wenn man bedenkt, dass Wasserfrösche die ganze Nacht durchquaken können und das auch gerne sehr intensiv von Ende April bis Mitte Juni tun. Wenn du also jeden Tag für die Arbeit früh aufstehen musst und eher zu den empfindlichen Menschen gehörst, ist so eine nächtliche Geräuschbelastung für Menschen mit leichtem Schlaf gesundheitsschädigend. Man muss also erst einmal wissen, wie das ist. Vielleicht habe ich das eher gelernt, nachdem ich wegen Baustellenlärms mehrere Wochen nicht schlafen konnte und dann während meiner Diplomarbeit tagsüber unter dem Tisch in meinem Arbeitszimmer den Schlaf nachholen musste. Seither schlafe ich nur noch mit Ohropax und das seit über sechs Jahren. Nachts nie schlafen zu können ist extrem schei***.
Wenn ein Gutachten, also erbringt, dass die 35 dB deutlich überschritten werden, dann werden die Frösche im schlimmsten Fall umgesiedelt.
In vielen Fällen scheitern die Kläger aber meines Wissens und dann werden Fische eingesetzt bzw. Geräte eingesetzt, die für Bewegungen der Wasseroberfläche sorgen, was den Fröschen nicht gefällt. Die letzten beiden Punkte finde ich im übrigen harmloser als das Umsiedeln. Die Frösche sind von selbst eingewandert und wenn sie von selbst abwandern und sich ein besseres Gewässer suchen, dann finde ich das vertretbarer. Umsiedeln bringt die Gefahr mit sich, dass die Tiere versuchen zurückzuwandern, es sei denn, der neue Lebensraum gefällt ihnen, weil neue Reviere besetzt werden können. Je nach Strukturierung und größe des Teiches machen Fische und so ein Wasseroberflächenbeweger nicht viel aus. Die Frösche weichen in ruhigere Bereiche aus bzw. die Quappen verstecken sich in üppiger Vegetation.
@Frank: Ich glaube nicht, dass du eine Strafanzeige stellen kannst wegen des Einfangens. Wenn nur Esculentas und Ridibundas betroffen sind, dann kannst du höchstens ein Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit einleiten lassen.
Und noch mal was für die Allgemeinbildung: NABU steht für Naturschutzbund und deswegen heißt es
der NABU. Die Schreibweise ins Großbuchstaben ist ebenfalls vom NABU festgelegt.
Zuletzt geändert von B. Viridis am So, 27.02.2011 18:15, insgesamt 2-mal geändert.