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Wo sind die Amphibien geblieben ?

Wenn du nicht weisst, was dir über den Weg gelaufen ist oder du was entdeckt hast
hbaetschmann
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Wo sind die Amphibien geblieben ?

Beitragvon hbaetschmann » Fr, 30.03.2007 12:31

Ich wohne in Ernetschwil, einem Dorf oberhalb der Linthebene, wo sich auch das Kaltbrunner Ried befindet. Ich habe einen Naturgarten mit einem Teich, den ich vor 10 Jahren angelegt habe. Jedes Jahr haben sich bis vor etwa 2 Jahren zur Laichzeit bis zu 100 Erdkröten und Grasfrösche in meinem Teich getummelt. http://www.froschnetz.ch/forum/http://www.froschnetz.ch/forum/up/Blick_auf_Teich_reduced.jpg
http://www.froschnetz.ch/forum/http://www.froschnetz.ch/forum/up/Froesche_03.JPG
Die Strasse von Uznach nach Ernetschwil und Strassen im umliegenden Gebiet waren zur Laichzeit jeweils trauriges Grab von Dutzenden von Kröten und Fröschen, die von den Autos überfahren wurden. Nun hat dieses grausige Schauspiel ein möglicherweise noch traurigeres Ende gefunden. Es scheint kaum mehr Amphibien zu geben, welche die alten Laichzüge benutzen. Ich habe Anfangs März in meinem Teich kaum ein Dutzend Grasfrösche und Kröten beim Liebesspiel vorgefunden. Immerhin resultierten ein paar Laichballen, vor dem Wintereinbruch Mitte März gelegt, von den Frühlingstrieben. Nu ist es aber wieder still geworden im Teich. Nur die Bergmolche scheinen in alter Zahl in den Teich zurückgekehrt - und haben sich am Froschlaich gütlich getan. Laichschnüre von Erdkröten habe ich bisher nicht wie andere Jahre entdecken können. Es scheint tatsächlich so, dass unter den Fröschen und Kröten eine Dezimierung in der schlimmen Interpretation dieses Wortes - nicht Reduktion UM einen Zehntel, sondern Reduktion AUF einen Zehntel stattgefunden hat. Die ganze Angelegenheit stimmt mich sehr traurig und nachdenklich. Haben andere ähnliche Beobachtungen gemacht oder hat jemand wenigstens eine Erklärung für das Phänomen ?
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Beitragvon Lennart » Fr, 30.03.2007 12:58

Bei Fröschen und Kröten ist es so das ältere Gewässer wie in deinem Fall an attraktivität für die Amphibien verlieren(mit der Zeit einfach zu viele Fressfeinde) und sie neue Gewässer besiedeln,da hier der Feinddruck geringer ist und so mehr Quappen durchkommen.
HIer hilft es wenn du deinen Teich für einige Tage trocken legst(natürlich erst wenn die Quappen raus sind) um so die Feinde zu dezimieren.
Wenn das nicht möglich ist kannst du auch noch ein kleineres Gewässer neben deinem großen anlegen welches dann aber auf jedenfall trockengelegt werden muss.
Dieses Vorgehen mit dem trockenlegen hat sich gut bewehrt,weil dann mehr Frösche das erwachsene Alter erreichen und so eines Tages selber wieder laichen können.Hab ich bei mir genauso 1 großen und 2 kleine Teiche,welche auch trockengelegt werden.
Bei der Straße müssen wie ich denke Maßnahmen ergriffen werden:
Ein Krötenzaun muss her! Und natürlich Helfer die sie über die Straßen tragen und so vom Verkehrstod schützen damit die Population wachsen kann.Trag dein Anliegen am besten der Gemeinde vor.
Ich betreue auch einen Krötenzaun in Aurich wo letztes Jahr 3800 Amphibien gerettet wurden und man merkt auch wie die Bestände hier wieder zunehmen. Der Zaun hat damals etwa 3000 € gekostet , wir haben damals Zuschüsse vom Landkreis sowie spenden von den Bürgern bekommen.

Mfg Lennart
Mfg

Lennart
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Beitragvon Sebi » Fr, 30.03.2007 18:17

Hallo

Ich stimme meinem Vorgänger zu,das ist wohl die beste Idee den zbs.die Libellenlarven und Gelbrandkäfer oder die Köcherfliegenlarve vermehren sich wie die Pest und können sogar im Gewässer überwintern wie es scheint sind solche Fressfeinde ein grosser Faktor an deinem Teich was auch mal an meinem Biotop vorkam.die haben alle Wasserfroschquappen gefressen..ich konnte es sogar beobachten..als ich dan mal mit meinem Kescher in den Schlamm getaucht bin hatte ich bestimmt an die 100 hässliche Dinger(sorry an die Libellenfreunde) in meinem Netz.

Das mit dem Zaun ist eine gute Sache die unbedingt verwirklicht werden muss wen es so schlimm ist wie von dir beschriben.Ich wohne in Zürich und stehe gerne freiwillig zur verfügung um zu helfen.

Gruess
Sebi
 

Beitragvon Sebi » Fr, 30.03.2007 18:20

Wie wäre es wen man mal riesige mutierte Hulk Amphibien züchten würden die bei der Strassenüberquerung mit den Autos Fussball spielen würden :D
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Beitragvon Lennart » Fr, 30.03.2007 20:05

Hulk Amphibien^^ :wink: solche gibt es ! Der Goliathfrosch is so einer gibts in Afrika.Will irgendwann nochmal in Afrika urlaub machen und will mal zusehen das ich einen zu Gesicht bekomme.
Wirkliche Brecher sind das, mit ausgesteckten Beinen sind sie 60-80 Zentimeter lang und wiegen über 3 Kilo!

Bild

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Gruss Lennart
Mfg

Lennart
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Beitragvon Sebi » Sa, 31.03.2007 18:23

OMG! :D würde ich auch einmal gerne live sehen.
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Beitragvon Froschnetz » Mo, 02.04.2007 13:02

Hier ein Bild von Alex das ähnliche Tendenzen des Populationsverlaufs aufzeigt. Es sieht also auch andernorts so aus, genaueres kann dazu sicher Alex sagen.
Bild

Wie sah denn der Reproduktionserfolg der letzten Jahre aus? Haben viele Jungtiere das Land verlassen oder wurden die Kaulquappen dezimiert? Im ersten Fall ist das Problem eher im Landlebensraum zu suchen (z.B. Strasse), im letzten wird wohl der Teich dran schuld sein.

Die Anlage eines flachen Miniteiches ein paar Meter neben dem bestehenden, wie in den oberen Beiträgen genannt, ist aber so oder so zu empfehlen.
Jan Meyer
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Beitragvon alex » Mo, 02.04.2007 13:34

Danke Jan!

Wichtig währe nun die Reproduktionszahlen zu kennen, nur anhand derer kann man eine klarere Diagnose stellen.

Generell tipe ich auf 2 mögliche Zenarien.
Schlagartige Zusammenbrüche sind in der Regel durch massieve Eingriffe im Landhabitat zu suchen,
oder aber durch erfolgslose Reproduktionsversuche und somit ein überaltern der Population welche nach einer gewissen Zeit (in der Regel ca. 8 Jahre bei EK und 6 Jahre bei GF) massiv einbrechen.

Nun bin ich mal auf die Beobachtungen des Erstschreibers gespannt.

Gruss Alex

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