von Frank D. » Fr, 28.01.2011 14:59
Hallo Wachturm,
das ist leider völlig normal. Gründe für das Phenomen können Alter, Krankheit, strenge Winter, mangelder Gasaustausch im Teich, aufkommende Hektik am Teichboden während eine Eisschicht die Wasseroberfläche bedeckt, usw sein.
Verendete Frösche sollten unverzüglich aus dem Teich entfernt werden um einen event. Sauerstoffschwund im System vorzubeugen.
Eine ander Frage in Deinem Thread war die Bestimmung der Grünfroschquappen.
Es ist nicht möglich die drei Arten des Grünfroschkomplexes vor der Metamorphose der jeweiligen Unterart zuzuordnen.
Die Grösse der Quappen hängt u.a. vom Nahrungsangebot, Gewässertemperatur, genetischen Merkmalen innerhalb der Unterart und ob im Larvenstadium eine Überwinterung stattgefunden hat ab. Die jeweiligen Unterarten erreichen jedoch die gleiche Endgrösse.
Zur Frage ob es Sinn macht einen P. ridibunda im Teich zu lassen kann ich nur mit ja beantworten.
Bei Deinen Wasserfröschen welche auf den Bildern abgebildet sind, handelt es sich um P. esculentus ( ehemalig Rana kl esculenta ).
Das kl steht für Klepton, diese Bezeichnung wurde gegeben, da sich dieser Frosch nicht eigenständig innerhalb seiner Art vermehren kann.
Der Frosch braucht zur erfolgreichen Vermehrung ein Elterntier, also entweder einen P. lessonae oder aber einen P. ridibunda.
Die Jungtiere einer solchen Verpaarung werden stets P. esculentus werden, die bekanntlich beide Gensequenzen der Elterntiere in unvollständiger Form besitzen.
Der Frosch nimmt durch diese genetische Eigenschaft eine Sonderstellung im Tierreich ein, welche oft Gegenstand von genetisch wissenschaftlichen Arbeiten wurde.
Meinen eigenen Tiere wurden so einmal Gegenstand für eine Doktorarbeit.
Ich züchte seit Jahren alle 3 Unterarten erfolgreich nach. ( Tiere sind nach den gesetzlichen Vorschriften gemeldet )
Es gibt allerdinge auch einige wenige Tiere die sich im Bestand selbst vermehren können, sogenannte triploide ( 3n ) esculentas.
Diese Frösche weisen oft bestimmte körperliche Merkmale auf, entweder die des P. lessonae, oder die des P. ridibunda.
Diese P. esculentus von der jeweiligen Elternart auseinanderzuhalten ist dann ganz besonders schwierig und wird wohl nur noch durch eine genetische Untersuchung möglich sein. Soviel zu Deiner Frage, welcher Frosch ist das ?
Deine Angst, dass Altfrösche ihre Jungen auffressen ist zunächst einmal berechtigt. Allerdings rotten sich junge Grünfrösche zu Kindergärten nach Altersstufen zusammen und besiedeln dann meist Randgebiete des Teiches mit nord-südlicher Ausrichtung was auf ein hohes Wärmebedürfnis schliessen lässt.
Oftmals verlassen diese Jungfrösche auch den Elternteich um dann nach einiger Zeit zur Paarung wieder zurückzukommen.
Kannibalismus unter den Grünfröschen tritt besonders häufig bei mangelndem Nahrungsangebot auf. Fehlende natürliche Prädatoren können der Auslöser für eine explosionsartige Vermehrung sein.
Eine Zufütterung seitens des Pflegers dürfte sich daher als konterproduktiv erweisen, denn nimmt die Induvidienzahl innerhalb eines Biotops noch weiter zu, steigt auch der Nahrungsbedarf. Sind erst einmal alle Nahrungsreserven aufgefressen, scheint der Kannibalismus die sinnvollste Alternative zur Arterhaltung zu sein.
Auf uns Menschen wirkt dieses Verhalten meist abstossend und befremdend.
Fakt ist jedoch, dass die Natur die Grünfrösche mit dieser markaberen Eigenart ausgestattet hat und P. esculentus so bereits zigtausende Jahre im Wettlauf der Natur sehr erfolgreich bestehen konnte !
Gruss Frank